Werkstatt-Chronik
Seit drei Weltkriegen, zwei Währungen und einer Familie.
Wilhelm Hövel eröffnet 1923 in der Pasinger Allee eine Werkstatt mit drei Gesellen. Heute arbeiten dort vierzehn Dachdecker — die Werkstatt steht noch.
1923 verlegt mein Urgroßvater sein erstes Schieferdach an einer Bogenhausener Villa. Es liegt heute, einhundertzwei Jahre später, immer noch dort — repariert in den 1960er Jahren, kontrolliert durch meinen Großvater, fotografiert für unser Archiv durch meine Mutter.
Diese Kontinuität ist kein Marketing-Argument, sondern eine Bauverpflichtung. Wer ein Dach baut, das vier Generationen lang bestehen soll, baut anders als jemand, der eine 30-Jahres-Garantie verkauft. Wir verzichten auf Bitumen-Schindeln, Trapezbleche und beschichteten Kunststein — nicht aus Prinzipienreiterei, sondern weil diese Materialien das Versprechen nicht halten.
Was wir bauen, ist überprüfbar: Im Münchner Stadtgebiet stehen 412 Dächer aus unserer Werkstatt, das älteste seit 1924. Sie können sich gerne eine Adresse aus unserem Archiv geben lassen und vorbeifahren.
— Klara Hövel, vierte Generation, Geschäftsführung seit 2018